Lebensbejahung und Lebensverneinung auf der Kanzel
Dass die „Sehnsucht nach Leben“ (Riess) im Raum der Kirche z.T. ängstlich beargwöhnt oder moralisierend abgewehrt wird, ist eine vielfach beschriebene Erfahrung. In der vorliegenden Studie wird demgegenüber zunächst systematisch-theologisch entfaltet, dass Schöpfung, Erlösung und Vollendung als dreifach-eines Ja Gottes auch gegenüber der Lebenssehnsucht zu verstehen ist. Daraufhin werden Predigten über einen sehr „lebensbejahenden“ Text (Joh. 10,10: „Ich bin gekommen, damit sie Leben und volle Genüge haben“) untersucht. Mit Hilfe der Transaktionsanalyse wird erfasst, wie die Lebenssehnsucht des Predigers sich konkret äußert und in welcher (bedingt oder unbedingt) annehmenden oder ablehnenden Haltung er ihr begegnet. Dabei zeigt sich ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen (a.) der Frage, ob ein Prediger seine eigene Lebenssehnsucht bejaht, und (b.) seiner Verkündigung sowie seinem Standpunkt in einer Reihe theologischer Grundfragen. Dies hat praktisch-theologische Konsequenzen, die im Schlussteil des Buches aufgezeigt werden.
[vergriffen; nur noch beim Verfasser zu beziehen]
Biographie-Faktor: Höllenglaube
„Nach dem Tod droht die (ewige) Hölle“ – das glaubt nach eigenen Angaben etwa jeder fünfte Westdeutsche. Auch heute noch wird – besonders in fundamentalisti-schen Kreisen – Kindern gezielt Höllenglaube vermittelt. Das hat Auswirkungen auf das spätere Leben und Erleben der betroffenen Menschen.
In dieser Studie werden daraufhin die biographischen Erzählungen von vier betroffe-nen Personen mit qualitativen Methoden untersucht. Die Ergebnisse werden in einer Zusammenschau der Perspektiven von Theologie, Psychotherapie, Sozialisation und Bildung auf ihre Voraussetzungen und Konsequenzen hin reflektiert.
Heil verkündigen. Heilsbotschaften und Unheilshintergründe in heutigen Predigten.
Wie lauten die Heils-Botschaften, die heutige Prediger verkündigen? Mit welchen Worten und Bildern beschreiben sie, was für sie „Heil“ bedeutet? Und welchen Unheilshintergrund setzen sie voraus? Aus welchen biblischen oder kirchlichen Traditionen schöpfen sie vor allem? Auf welche Erfahrungen der Hörer beziehen sie sich damit? Reden sie so dass sich der Hörer angenommen fühlt – oder bekommt er stattdessen gar moralisierende Appelle zu hören?
Diese Fragen werden anhand heutiger Internet-Predigten untersucht und praktisch-theologisch diskutiert.
„Spiritualität und Lebensdeutung einer jungen Hexe. Qualitative Analyse einer biographischen Erzählung“
Die Religion, mit der jemand sein Leben deutet und gestaltet, ist in vielen Fällen weithin das Ergebnis der religiösen Erziehung, die er erfahren hat. Elternhaus, Schule und Kirche sind die wesentlichen Instanzen der Religions-Vermittlung. Wie sieht dagegen eine „Religion ohne religiöse Erziehung“ aus? Die vorliegende Studie beschreibt und analysiert die Lebensgeschichte einer jungen Frau, die weitestgehend unabhängig vom Einfluss erziehender Instanzen ihren eigenen religiösen bzw. spirituellen Weg gesucht und schließlich als (unorthodoxe) moderne Hexe gefunden hat.
Lebensbejahend predigen
Dieses Buch enthält drei Studien des Verfassers, die Predigten unter der Fragestellung in den Blick nehmen, wieweit in ihnen ein bedingungsloses Ja-Wort Gottes verkündigt wird. Dieses Ja-Wort wird zugespitzt als „Rechtfertigung des Zweiflers“ (Tillich), als Ja zu den konkreten Wünschen eines Predigers nach eigener Lebenserfüllung und schließlich als Ja zur Sexualität als einer guten Gabe des Schöpfers.
Heute von „Sünde“ sprechen / nicht sprechen?
Wer von Schuld und Vergebung theologisch angemessen reden will, muss wissen,
was für Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen das bei Menschen heute auslöst.
Das wird anhand dreier Praxis-Ausschnitte (Liturgie, Sonderschule, Jugendgefängnis) untersucht und praktisch-theologisch diskutiert.
Gericht predigen
„Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten“. – Während diese Worte im Glaubensbekenntnis jeden Sonntag gesprochen werden, wird darauf in der Predigt nur äußerst selten ausdrücklich Bezug genommen. Viele Prediger scheinen dem Thema eher auszuweichen. Die vorliegende Studie untersucht anhand von im Internet publizierten Predigten aus den letzten zwölf Jahren, welche Motive und welche Schwierigkeiten von Predigern mit dieser Thematik erkennbar sind. In einem Schlussteil werden mögliche Schritte einer angemessenen Rede vom Jüngsten Gericht aufgezeigt.